Entdeckung und Verbreitung

Afrikakarte

Es waren einmal äthiopische Ziegen, die von einem Strauch mit roten Früchten und weißen Blüten kosteten und anschließend so beseelt waren, dass sie nachts nicht schlafen wollten.

Als die Wanderhirten ihre Beobachtungen den christlichen Mönchen im angrenzenden Maronitenkloster mitteilten, waren diese vom wissenschaftlichen Eifer gepackt und untersuchten die rätselhafte Wirkung der Kaffeekirsche, indem sie einen Aufguss vorbereiteten. Wie die Ziegen, machte die Pflanze auch sie wach und half, die nächtlichen Vigilen durchzustehen. Die Mönche waren von dem "Geschenk Gottes" begeistert. Diese weit verbreitete Legende erzählt von der Entdeckung des Kaffees in der Provinz Kaffa in Äthiopien, Mitte des 9. Jahrhunderts. Der syrische Mönch Faustus Naironus Banesius brachte das Gerücht über die Entdeckung des Kaffees 1671 zu Papier. Sklavenhändler sollen die Kaffeebohne im 14. Jahrhundert nach Arabien transportiert haben, wo sie aber erst im 15. Jahrhundert verarbeitet und konsumiert wurde. Mekkapilger verbreiteten den Kaffee im gesamten arabischen Raum. Den Siegeszug des Kaffees führten die Türken an. Nachdem 1517 Syrien, der Jemen, Ägypten und die heiligen Städte Mekka und Medina dem Osmanischen Reich einverleibt wurden, begann der Kaffee, die Welt zu erobern. In Aleppo und Damaskus entstanden Kaffeestuben. Das erste europäische Kaffeehaus öffnete in Istanbul - dem damaligen Konstantinopel - seine Pforten. Orientreisende wie der Augsburger Arzt Leonhart Rauwolf und der italienische Mediziner und Botaniker Prosper Alpinus berichteten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von dem neuartigen Getränk. Den Reisereportagen folgten die ersten Kaffeehäuser in Mitteleuropa: in Venedig, Oxford, London, Marseille, Amsterdam, Den Haag, Bremen und Hamburg konnte man ab Mitte des 17. Jahrhunderts das schwarze, aromatische Gebräu genießen.

Der Kaffee wurde nun in Säcken aus dem arabischen und osmanischen Raum nach Europa importiert. Das Kaffeemonopol bildete sich in den Hauptausfuhrhäfen Mocha (auch "Mokka" genannt) und Jiddah, das direkt vor Mekka lag. Die Muslime hüteten ihren Kaffee. Im eigenen Interesse übergossen sie die Bohnen vor dem Transport in andere Länder mit heißem Wasser, um sie keimunfähig zu machen. Trotzdem gelang der Kaffee bald in fremde Hände. Europäische Kolonialländer machten den Kaffee in der ganzen Welt bekannt. Holland sicherte sich eine Vormachtstellung im Handel, indem es nach Ceylon, Java und nach Mittel- und Südamerika exportierte und dort systematischen Kaffeeanbau betrieb. Kaffee wurde zum Volksgetränk und ist es heute immer noch. In Deutschland steht Kaffee an erster Stelle (144 l pro Kopf jährlich), Wasser und Bier (128 l und116 l) nur an zweiter und dritter - und das will was heißen ...