Wie der Kaffee nach Arabien kam
Man vermutet, dass der Kaffee um das 15. Jahrhundert nach Arabien gebracht wurde. Alte Schriften besagen, dass ein persicher Arzt (außerdem noch Philosoph, Physiker und Wissenschaftler) namens Abu Ali al-Husain Ibn Sina-e Balkhi - latinisiert auch Avicenna genannt, bereits die Kaffeebohne
kannte, und das im 11. Jahrhundert. Es war die Rede von einem Heilmittel namens "Bunchum", welches aus dem Jemen kommen sollte. Die Tatsache, dass 500 Jahre später der Begriff "Bunc" für die Kaffeebohne und den Kaffeeanbau verwendet wurde, lässt einige Historiker davon ausgehen, dass Avicenna bereits vor der Kultivierung des Kaffees aus dem selbigen seine Elixiere braute. Es ist jedoch ungeklärt, ob der Gelehrte sich auf die Kaffeepflanze bezieht oder ob "Bunchum" nicht doch die Bezeichnung für irgendeine andere, nicht so spektakuläre Bohne ist. 1030 beschrieb der Arzt in seinem Kanon der Medizin die Pflanze jedoch als stimulierendes Mittel bei Kreislaufschwäche. Es stärke die Glieder, reinige die Haut und verleihe ihr einen unbeschreiblichen Geruch. War damit also doch die Kaffeebohne gemeint, die botanisch gesehen keine Bohne, sondern eine Kirsche ist? Es ist also unklar, wo und wann die Kaffeepflanze zum ersten Mal aufgetaucht ist und wie sie genutzt wurde. Sicher kann man jedoch davon ausgehen, dass sie um 1450 ihre Reise vom afrikanischen Kontinent zur arabischen Halbinsel antrat. Mufti zu Aden, Gemaleddin, ließ einem Bericht von 1453 zufolge, Kaffee aus Abessinien transportieren, um die ersten Kaffeekulturen im Jemen anzubauen. Ein Manuskript von 1587 befasst sich mit dem Kaffeeverbrauch. Es soll jedoch auf der 100 Jahre älteren Aufzeichnung des Arabers Shihabad-Din basieren, was ein Indiz für die Verbreitung des Kaffees im 15. Jahrhundert wäre. Die jemenitische Hafenstadt Mocha bzw. Mokka war die erste Anlaufstelle in puncto Kaffee. Über das Rote Meer wurde die aromatische Kirsche in die "ehrwürdige" Stadt Mekka und das "erleuchtete" Medina verschifft. Es war seit jeher eine Frage der Zeit, bis das Elixier das gesamte arabische Reich eroberte. 1510 reiste der Kaffee wieder zurück aufs afrikanisches Festland, nämlich nach Ägypten, ins Königreich Kairo, wo Pilger aus Mekka und Medina das neuartige Getränk verbreiteten. Im Orient hatte sich der Muntermacher Platz verschafft. Sein nächster Weg führte ihn nach Europa. Bevor die Pflanze jedoch das Abendland erreichte, ist im Orient ein Streit über die Wunderpflanze entfacht. 1511 forderte der Statthalter des ägyptischen Sultans, Khair-Beg, die Schließung der Kaffeeschenken in Mekka (welches im 13. Jahrhundert von den Ägyptern eingenommen wurde). Nach Absprache mit Korangelehrten einigte man sich darauf, das Getränk als "unerwünscht" zu verurteilen. Der offizielle Grund für das Kaffeeverbot war die angeblich schädliche Wirkung des schwarzen Suds. Er soll wie der Wein, schlechten Einfluss auf die Gesundheit genommen haben. Aber eigentlich waren dem Statthalter nicht das Getränk, sondern die Kaffeetrinker an sich ein Dorn im Auge. Sie untergruben seine Autorität und verspotten seine Politik, ebenso wie sie Affären im Königreich betuschelten. Die Schuld für dieses Verhalten schob der pikierte Khair-Beg dem Kaffee in die Schuhe und versuchte ihn abzusetzen. Der Sultan selbst war jedoch dem schwarzen Elixier leidenschaftlich verfallen und hob das Verbot auf. Wiedereinmal siegte der Wachmacher. Seine Reise dauerte fort. Die nächste Station war der Hafen von Konstantinopel.

