Wie der Kaffee nach Europa kam
Nachdem die Türken 1517 ihr Osmanisches Reich um Ägypten, Syrien, darunter Mekka und Medina, erweiterten, versetzte auch sie der Kaffee in seinen Bann. In den Jahren 1530/1532 öffneten die ersten Kaffeehäuser in den syrischen Städten Damaskus und Aleppo.
Die Kaufleute Hakim und Dschams brachten den Kaffee nach Europa. Das erste europäische Kaffeehaus wurde 1554 am Bosporus eröffnet. Von Konstantinopel aus war der Weg ins Zentrum Europas nicht mehr weit. Diese kleine Hürde sollte für den Kaffee kein Problem darstellen. Ende des 16. Jahrhunderts reist der Augsburger Arzt Leonhart Rauwolf durch den Orient und kommt dort in den Genuss des braunen Goldes. 1582 gibt er Kunde in seinem Reisebericht "Aigentliche Beschreibung der Raiß". Als "gar dienstlich" beschreibt er den Kaffee. 1592 besucht der aus Venetien stammende Mediziner und Botaniker Prosper Alpinus das Land der Pharaonen, Ägypten. Das Resultat dieser Reise, die wegen Handelsaktivitäten unternommen wurde, war sein Werk "De Plantis Aegypti Liber", welches mitunter Zeichnungen und Beschreibungen der Kaffeepflanze enthielt. Was als Mitbringsel anfing, wandelte sich zu Anfang des 17. Jahrhunderts in einen regen Handel. Der Kaffee wurde säckeweise nach Europa befördert, zuerst nach Venedig, wo 1645 ein Kaffeehaus unter dem Namen "Bottega del caffè" eröffnet wurde. Bald eroberte die Kaffeebohne England, Frankreich, Holland, und Deutschland.1650 öffnete ein Stübchen in Oxford, zwei Jahre darauf eins in London. In Marseille konnte man ab 1659 Kaffee genießen, 1663 waren vor dem begehrten Getränk auch Amsterdam und Den Haag nicht mehr sicher. Paris folgte 1672. Per Seeweg erreichte der Kaffee nun auch die deutschen Häfen. 1673 landete er in Bremen, 1677 in Hamburg. Die Kaffeehäuser schossen wie Pilze aus dem Boden. Angeblich konnte man im Jahre 1770, 3.000 Kaffeeschenken in London verzeichnen. 1683 belagerten die Osman zum zweiten Mal die Festung um Wien und zum zweiten Mal konnten sich die Österreicher gegen die Türken behaupten. Die Angreifer wurden vernichtend geschlagen und ließen Kaffeebestände zurück. Der Pole Franz Georg Kolschitzky wurde für seine Verdienste während der Belagerung geehrt und erhielt die Schankerlaubnis, mit der er das erste Wiener Kaffeehaus eröffnen konnte. Auch wenn die Österreicher später als die anderen europäischen Städte ihren Kaffee verkauften, waren sie Pioniere auf dem Gebiet der Zubereitung. Sie versüßten ihren Kaffee mit Honig und Sahne, was vielen Trinkern besser schmeckte, als der originale Kaffee.

