Herbert List
Herbert List von Kaffee.de
Montag, 8. Juni 2015
Das Geschäft mit der deutschen Kaffeesteuer

Das Geschäft mit der deutschen Kaffeesteuer
Wie die gesetzlichen Abgaben häufig umgangen werden

Als ob es nicht bereits reichen würde, dass der Staat durch die Mehrwertsteuer am Kaffeekonsum mitverdient, so muss er zusätzlich noch eine gesonderte Kaffeesteuer erheben. Auch wenn diese keine neue Erfindung ist, so leiden unter ihr doch nicht wenige Händler und Gastronomen. Kein Wunder, dass da Mittel und Wege gesucht – und auch gefunden – werden, wie die unbeliebte Abgabe umgangen werden kann.

Der Ursprung der deutschen Kaffeesteuer

Zu verdanken hat Deutschland die Kaffeesteuer dem damaligen Preußen, das mit der Errichtung eines Kaffeemonopols nicht gerade erfolgreich war und dieses so mit der Erhebung von Einfuhrzöllen ablöste. Der rasant gestiegene Kaffeekonsum im 17. Jahrhundert schien ein lukratives Geschäft zu sein, das man sich schon damals nicht entgehen lassen wollte.

Die Höhe der Abgaben wurde von da an mal gesenkt und mal angehoben, blieb im Laufe der Zeit aber stets bestehen und entwickelte sich schließlich zur heutigen Kaffeesteuer, deren Grundlage das Kaffeesteuergesetz (KaffeeStG) bildet. Demnach darf der Staat auf pro Kilogramm Röstkaffee 2,19 Euro verlangen. Bei einem Kilogramm löslichen Kaffees sind es sogar 4,78 Euro. Des Weiteren wird nicht nur Kaffee an sich besteuert, sondern auch kaffeehaltige Ware, das heißt Produkte, die mehr als einen Prozent Kaffee enthalten. Mit diesen Abgaben verdient der Staat immerhin bis zu einer Milliarde Euro.

Kriminelle Banden wittern das große Geschäft

Bei der erhobenen Steuer pro Kilogramm Kaffee handelt es sich nicht gerade um eine kleine Summe, wenn man überlegt, zu welchem Preis ein solches Kilogramm im Supermarkt angeboten wird. Bedenkt man, dass Deutschland eines der wenigen Länder innerhalb der EU ist, das überhaupt eine Kaffeesteuer erhebt, so ist es nicht verwunderlich, dass es bei Kaffee häufig zu Fällen von Steuerhinterziehung kommt.

Doch Händler müssen dabei besonders vorsichtig sein, denn ein günstiger Einkauf und dadurch resultierende Schnäppchenpreise freuen zwar den Verbraucher, lassen aber gleichzeitig Ermittler aufhorchen. Liegt der Verkaufspreis nur knapp über dem Betrag der steuerlichen Abgabe, gehen sie meist davon aus, dass die Ware illegal aus dem Ausland beschafft und zu Spottpreisen an die Einzelhändler verkauft wurde. Denn mittlerweile haben sich ganze Banden gebildet, die es sich zum Ziel gesetzt haben, durch den Import von Kaffee das große Geld zu verdienen – ganz ohne Steuern.

Auch im kleinen Stil kommt es zu Steuerhinterziehungen

Doch die Kaffeesteuer fällt nicht nur dem organisierten Verbrechen zum Opfer. Auch viele kleine Betriebe, vor allem in der Gastronomie, unterschlagen die Steuer häufig, ob nun unabsichtlich oder wissentlich. Denn viele Gastronomen reisen beispielsweise in ihr Heimatland Italien. Dort kaufen sie ohne böse Absicht ihren Kaffee ein, oft auch einfach nur da sie bessere Qualität vermuten. Dass sie bei der Rückkehr nach Deutschland dabei oftmals die Einfuhrgrenze von zehn Kilogramm überschreiten und dabei die Steuer umgehen, ist vielen nicht einmal bewusst.

Genauso viele nutzen aber auch ganz bewusst den Einkauf im Ausland, um ihre Kosten zu senken und ihre Produkte entweder besonders günstig anbieten oder aber besonders viel Gewinn machen zu können. Besonders einfach macht es ihnen dabei natürlich der freie Warenverkehr innerhalb der EU. Ob nun aber Kaffeeimport im großen Stil oder für den privaten Gebrauch, das Umgehen der Kaffeesteuer kostet den Staat jährlich bis zu 100 Millionen Euro.

Last updated 3 mins ago

Tägliches Update · 03.12.2017

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