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Herbert List von Kaffee.de
Dienstag, 24. Oktober 2017
Entkoffeinierter Kaffee und Espresso

Entkoffeinierter Kaffee und Espresso
Wissenswertes und Details zur Herstellung

Die Gründe, sich für einen entkoffeinierten Kaffee zu entscheiden, sind vielfältig. Vielleicht ist es die Tageszeit, die Schwangerschaft oder eine Koffeinunverträglichkeit, die dazu führt, dass kein „normaler“ Kaffee getrunken werden kann. Aber wie entsteht er eigentlich, der entkoffeinierte Kaffee? Und stimmt es, dass er gesundheitsschädlich sein kann? Im Folgenden soll über alles aufgeklärt werden, was man über entkoffeinierten Kaffee wissen sollte.


Welche Verfahren gibt es, um Kaffee zu entkoffeinieren?

Roselius-Verfahren

Das Roselius-Verfahren wurde ca. 1903 vom Gründer der Firma Kaffee HAG, Ludwig Roselius, erfunden. Es ist das älteste Verfahren zur Entkoffeinierung von Kaffee.

Das Verfahren, bei dem Salzwasser (zum Vorquellen) und Benzol (als Lösungsmittel) zum Einsatz kommen, wird aufgrund von gesundheitlichen Gefahren quasi nicht mehr benutzt. Besonders die krebserregenden Eigenschaften von Benzol ist gefährlich.

Schweizer-Wasser Prozess

Bei diesem Verfahren, werden Kaffeebohnen so lange mit heißem Wasser in Verbindung gebracht, bis sämtliche feste Bestandteile sowie das Koffein aus der Bohne entfernt und in das Wasser übergegangen sind. Der Flüssigkeit wird dann das Koffein unter Einsatz eines Aktivkohlefilters entzogen, dabei können die benutzten Bohnen allerdings nicht mehr weiterverwendet werden.

Anschließend, werden der Flüssigkeit frische Bohnen hinzugegeben. Aufgrund der Sättigung des Wassers mit allen Kaffeebestandteilen, außer dem Koffein, entzieht die wässrige Substanz nun den Bohnen das Koffein. Aufgrund des hohen Bohnenverbrauchs und der Verschwendung von Koffein, welches aus den Filter nicht gelöst und somit nicht separat verkauft werden kann, ist das Verfahren unrentabel.

Kohlenstoffdioxid-Verfahren

Hier wird, ähnlich wie bei dem Schweizer-Wasser-Prozess, die Bohne mit Wasserdampf behandelt. Anschließend wird mit hohem Druck Kohlenstoffdioxid hinzugefügt, was dazu führt, dass das Koffein aus der Bohne extrahiert wird.

Teilweise dient auch Sauerstoff als Lösungsmittel.

Direktes Verfahren

Wieder wird die Bohne mit Wasserdampf vorbehandelt. Anschließend werden die Bohnen mit den Lösungsmitteln Dichlormethan und Ethylacetat behandelt, die für die Trennung von Bohne und Koffein sorgen. Anschließend folgt eine mehrere Stunden dauernde Trocknungsphase, dabei werden auch die Lösungsmittel entfernt.

Dieses Verfahren steht in der Kritik gesundheitsschädlich zu sein, da Dichlormethan giftig für den menschlichen Körper ist. Außerdem wird die Verbindung als potenziell krebserregend eingestuft. Deswegen gibt es einen gesetzlichen Maximalwert von zwei Gramm Dichlormethan pro Kilogramm Bohnen. In der Praxis wird die Einhaltung stark kontrolliert und üblicherweise wird der Wert bei weitem nicht erreicht.

Da Ethylacetat in verschiedenen Früchten und Gemüsen vorkommt, wird mit diesem Verfahren hergestellter, entkoffeinierter Kaffee, wird häufig als „natürlich entkoffeinierter Kaffee“ bezeichnet.

Triglycerid-Verfahren

Der erste Schritt ist die Behandlung der Bohnen mit einer Heißwasser-Kaffee-Lösung. Hierdurch wird das Koffein an die Oberfläche der Bohne transportiert. Bei der anschließenden Badung der Bohnen in Kaffeebohnenölen wird mit dem den den Ölen enthaltenen Triglycerid das Koffein gelöst und getrennt. anschließend werden die Bohnen ebenfalls getrocknet.


Inwieweit der Geschmack des Kaffees beim Prozess des Entkoffeinierens erhalten bleibt, hängt maßgeblich von der Art des Verfahrens ab. Hier ist zu beachten, dass nicht der Mangel von Koffein einen leicht veränderten Geschmack hervorruft, sondern vielmehr die Aromastoffe die bei dem Entkoffeinieren verloren gehen. Inwiefern einen der Geschmacksunterschied stört, hängt natürlich vom jeweiligen Konsumenten ab. Während ein echter Kaffeeliebhaber sich eher für ein besseres und damit meistens auch teureres Verfahren entscheiden sollte, schmecken andere unter Umständen gar keinen Unterschied.

Ist entkoffeinierter Kaffee gesünder?

Hier gibt es wohl keine pauschal richtige Antwort. Einige Studien reden von einer potenziellen Gefahr durch Koffein, andere kritisieren, dass entkoffeinierter Kaffee den Blutfettanteil erhöhen kann. Prinzipiell geht wohl weder von „echtem Kaffee“ noch von entkoffeinierten Kaffee eine echte Gefahr aus. Allerdings gilt wie immer: Die Menge macht’s!

Wer produziert entkoffeinierten Kaffee?

Fast alle Kaffeehersteller haben einen entkoffeinierten Kaffee in ihrem Angebot. Die Firma HAG, welche wie keine andere Firma für entkoffeinierten Kaffee steht, stellt dabei eine klare Ausnahme dar. Die meisten Röster entkoffeinieren auch nicht selbst, kaum jemand hat die dazu notwendigen Produktionseinrichtungen im Haus. Es gibt Firmen, welche sich auf das Entkoffeinieren spezialisiert haben, so geben die Röster ihre Rohbohnen an diese Firmen und lassen entkoffeinieren.

Fazit

Entkoffeinierter Kaffee wird wohl immer eine Randerscheinung in der Kaffeewelt bleiben. Dennoch ist er für Personen mit Koffeinunverträglichkeit eine echte Alternative zum „normalen“ Kaffee. Auch die Schwangere wird sich freuen, auf Kaffee nicht verzichten zu müssen. Beim Kauf sollte man auf die angewandte Methode zur Entkoffeinierung achten, da diese maßgeblich dafür verantwortlich ist, wie echt der Kaffee noch schmeckt.

Last updated 3 mins ago

Tägliches Update · 03.12.2017

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