Lisa Hofmann-Fink
Lisa Hofmann-Fink von Kaffee.de
Mittwoch, 5. November 2014
Kaffeeröster werden Preiserhöhungen durchführen

Kaffeeröster werden Preiserhöhungen durchführen
Sind die Preiserhöhungen zum jetzigen Zeitpunkt gerechtfertigt?

Der Preis des Rohkaffees stieg in den letzten 12 Monaten um ca. 80%, diese Veränderung konnten wir am 04.11.2014 notieren. Seinen tiefsten Stand innerhalb der letzten fünf Jahre hatte der Rohkaffeepreis ca. im November 2013. Seit dem ging es fast nur in eine Richtung – nach oben. Dramatisch war der Anstieg bis März 2014, danach stagnierte der Preis für den grünen Kaffee auf hohem Niveau.

Über die Gründe wird viel spekuliert, was durchaus auch wörtlich zu nehmen ist. Aufgrund einer Anfang des Jahres für Brasilien prognostizierten schlechten Ernte, welche durch eine Dürre verursacht wurde, stiegen die Preise für Rohkaffee am Weltmarkt stark an. Im Schlepptau natürlich viele Rohstoffspekulanten, die ihr Geschäft beim stark volatilen Kaffeemarkt witterten, obwohl sich die Wetterbedingungen zwischenzeitlich wieder normalisierten.

Bereits im zweiten Quartal rechnete der Markt auch mit Preiserhöhungen bei den Röstern, da diese ihre gestiegenen Einkaufspreise kompensieren müssten. Dem war, bis auf wenige Einzelfälle, nicht so – viele Röstereien warteten ab und hofften, die Großen würden vorausgehen. Nun zeichnet sich aber ab, dass einige Kaffeeröster aufgrund des anhaltenden Drucks beim Einkauf von Rohkaffee, Ihre Preise für 2015 deutlich anpassen werden – weitere Röster werden sicher folgen.

Eigentlich sind Preisanpassungen eine logische Konsequenz. Warum aber gerade jetzt, wo der Preis stagniert und auch durchaus wieder fallen könnte? Auch wurde das sehr viel höhere Preisniveau von Anfang bis Mitte 2011 für grünen Kaffee bisher bei Weitem nicht erreicht?!

Ein Grund dürfte in der Einkaufspolitik der Röstereien liegen und an der sich zwischenzeitlich veränderte Marktsituation. In Europa jagt eine Krise die andere und die südeuropäischen Länder kämpfen mit großen wirtschaftlichen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit. Zwar dürfte der Kaffeekonsum in Europa weiterhin deutlich steigen, auch wird Jahr für Jahr mehr Rohkaffee importiert, nur wächst auch seit einigen Jahren der wirtschaftliche Druck auf viele Röster, insbesondere in Italien.

Italien ist nach Deutschland der größte Produzent von Röstkaffee. Die Umsätze, die mit Kaffee erzielt wurden, waren in Italien aber deutlich höher. Nun schwächelt seit einigen Jahren das Geschäft im eigenen Land und viele italienische Röster drängen auf der Suche nach neuen Märkten in den europäischen Export. Das kostet Zeit, Geld und drückt die Marge – denn der Markt ist stark umkämpft und sehr preissensibel, insbesondere der deutsche Kaffeemarkt. Echter Vorteil beim Export: In der Regel bekommt der Kaffeeröster sein Geld sofort in Form von Vorkasse, was einen deutlichen Liquiditätsvorteil darstellt, auch gibt es dadurch im Exportgeschäft keine wirklichen Zahlungsausfälle.

Viele Röster mittlerer Größe sichern den Kaffeeeinkauf preislich und zeitlich ab, irgendwann laufen aber auch diese Verträge aus und man kommt am gestiegenen Rohkaffeepreis nicht mehr vorbei. Da der Rohkaffee einen erheblichen Anteil, exemplarisch ca. 2,00 bis 3,00 Euro pro Kilogramm, an den Produktionskosten hat, ist für viele Hersteller eine Preiserhöhung unausweichlich.

Aber warum erhöhen einige Röster und andere nicht? Das können nur die Röster selbst beantworten, Szenarien gibt es theoretisch aber einige: Der Röster kann zum Beispiel seine Mischung anpassen, auf kleine Bohnen oder eine andere Qualitätsstufe beim Rohkaffee gehen. Auch kann er natürlich auch auf Marge verzichten, sofern er sich das leisten kann und möchte. Weiterhin kann der Hersteller auch seine Verpackungsgrößen anpassen, dies kennt man aber meist aus anderen Bereichen der Lebensmittelbranche.

Im mittleren Preissegment zwischen 15 und 25 Euro pro Kilogramm Röstkaffee (inkl. MwSt.) erwarten wir eine Preissteigerung von durchschnittlich 1,00 bis 2,00 Euro. Wie viele Röstereien schlussendlich mitziehen, wird sich zeigen. Und was der Handel an den Endkunden weiter gibt, ist ebenfalls zu beobachten.

Last updated 3 mins ago

Tägliches Update · 03.12.2017

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